Ist Kombucha gefährlich?

Zunächst einmal lautet die Antwort ganz klar: Nein, Kombucha ist nicht gefährlich.

Warum kommt immer wieder das Gerücht auf, Kombucha wäre gefährlich?

Nun, was für alle Lebensmittel gilt, gilt für das lebendige Lebensmittel Kombucha natürlich auch: man sollte ihn in Maßen genießen.


Kombucha wirkt entgiftend und regt die Verdauung an. Da jeder menschliche Körper ein wenig anders ist und wann die beiden positiven Eigenschaften des Kombucha für jeden einzelnen zum 'Problem' werden, kann man nicht pauschal sagen.

Langsam anfangen

Fest steht: Kombucha Newbees sollten vorsichtig anfangen. Klassische Kombucha-Kuren erstrecken sich etwa über 8 Wochen und empfehlen, zu den Mahlzeiten jeweils ein Gläschen mit 0,1 Liter zu trinken. Das ist eine Menge, die auch empfehlenswert ist, wenn ihr Kombucha das erste Mal ausprobiert. Sie entspricht also an einem Tag mit drei Mahlzeiten der Menge einer unserer kleinen Flaschen.

Wenn ihr darüber hinaus gehen wollt und sich wider Erwarten Unwohlsein einstellen sollte, geht einfach mit der Menge etwas zurück. Aber dieses Unwohlsein ist keineswegs ein Zeichen dafür, dass Kombucha ungesund wäre - im Gegenteil, hier zeigt sich seine entgiftende bzw. verdauungsanregende Wirkung, die ja eigentlich erwünscht ist. Bei zu viel Kombucha, kann sie nur einfach ein bisschen zu stark ausfallen. Gefährlich ist der Kombucha deshalb nicht.

Gerücht: Kombucha selber brauen wäre gefährlich

Es wird immer wieder davor gewarnt, Kombucha zu Hause zu brauen, weil dabei einiges schiefgehen kann und unerwünschte Bakterien oder gar Schimmel in euren Kombucha geraten können. 

Dazu ist zu sagen: wie immer, wenn ihr in der Küche etwas zubereitet, solltet ihr wie selbstverständlich auf eine entsprechende Hygiene achten. Aber dabei hilft euch der Kombucha selbst. Wichtig ist, dass er den passenden pH-Wert hat. Denn ab einem pH-Wert von unter vier ist euer Kombucha zu sauer für 99% aller krankmachenden Bakterien. Diese sterben in einem so sauren Milieu ab. Lasst euren Kombucha also lange genug fermentieren, um sicherzugehen, dass nur 'freundliche' Bakterien darin leben.
Messstreifen, um den pH-Wert zu testen, gibt es im Handel.

Und ja, es kann passieren, dass sich Schimmel auf dem Scoby bildet. Dafür kann es verschiedene Gründe geben - Zigarettenrauch und Küchendunst zum Beispiel. Dieser Schimmel ist mit dem bloßen Auge gut zu erkennen. Behaltet also euren Scoby im Auge: Sollten sich weißliche oder gar grünliche Härchen auf eurem Scoby bilden, entsorgt unbedingt sowohl den Scoby als auch das Getränk.

 
Beobachtet euren Scoby genauso wie euer Brot. Bestimmt ist auch jedem von uns schon mal Brot schimmelig geworden - deshalb käme niemand auf die Idee zu behaupten, Brot wäre gefährlich. Hier geht es um einen verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln - den wir aber alle im Alltag bereits praktizieren.

 

Achtung: Fermentation in der Flasche - hier kann Kombucha gefährlich werden

Und dann gibt es noch eine Gefahrenquelle, auf die wir hinweisen: Wenn ihr nicht selber braut, sondern unseren Kombucha kauft, achtet bitte unbedingt darauf, ihn im Kühlschrank zu lagern. Der Weg vom Laden nach Hause macht ihm nichts, aber mehrere Tage sollte er sich nicht in der Wärme aufhalten.

Unser Kombucha ist nicht erhitzt, um euch die positiven lebendigen Inhalststoffe zu erhalten. Das heißt aber auch: unser Kombucha lebt. Und wenn er es warm hat, tut er das, was lebendiger Kombucha ja tun soll: er fermentiert, auch in der Flasche. Dabei entsteht immer mehr Kohlensäure. Für die Umstehenden vergnüglich ist es vielleicht noch, wenn er euch beim Öffnen überschäumt. Wenn ein Laptop daneben stand ist es schon weniger lustig. In der Wärme stehende Flaschen können im ungünstigsten Fall auch wirklich explodieren. Da wird Kombucha gefährlich! Besonders wenn ein Kind oder Haustier sie vom Tisch schubst, werden sie auf dem Boden in tausend umherfliegende Scherben zerbersten. 

Dasselbe gilt natürlich auch, wenn ihr euren selbstgebrauten Kombucha in verschlossene Flaschen abgefüllt habt.

Also seid vorsichtig und stellt Kombucha immer kalt!


Wenn ihr eine offene Flasche außerhalb des Kühlschranks stehen lasst, passiert aber nichts. Das heißt, es passiert schon etwas, aber das ist nicht gefährlich. Es wird sich aus den Inhaltsstoffen des Kombucha ein neuer Scoby bilden. Und dann gärt der Kombucha weiter. Da die Flasche offen ist, kann die Kohlensäure entweichen und irgendwann habt ihr Kombucha-Essig. Auch hier entsteht also nichts Giftiges, denn der pH-Wert ist unter 4 und krankmachende Bakterien werden damit abgetötet. Wenn ihr ein kleines Experiment machen und so Essig gewinnen wollt, macht aber lieber ein Stückchen Stoff mit einem Gummiband über der Flaschenöffnung fest - Fruchtfliegen LIEBEN Kombucha - und die sind nicht besonders hygienisch, wenn sie sich in eurem Essig das Leben genommen haben.


Also: Keine Angst vor Kombucha! Er ist ein sicheres und gesundes Lebensmitte. Prosit!

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2 Kommentare

  • Hallo Andrea, Danke für Deinen Hinweis. Richtig ist: Ab einem pH-Wert von unter 4 wird der Großteil aller pathogenen Keime abgetötet. Wir haben die Stelle gerade im Blogbeitrag korrigiert. Grüße, Andreas

    Andreas
  • Hallo, der Artikel ist sehr interessant, eines aber irritiert mich. Erst wird geschrieben, dass Bakterien unter einem PH-Wert von 4 abgetötet werden, weiter unten über einem Wert von 4. Was ist denn nun richtig? Danke schonmal für die Antwort und viele Grüße, Andrea

    Andrea

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